Psychotherapie für Kinder
Psychotherapie für Kinder – einfach erklärt
Vielleicht haben deine Eltern erzählt, dass ihr zu einer Therapeutin geht. Vielleicht hast du dich gefragt:
"Was passiert dort eigentlich?"
"Muss ich etwas erzählen?"
"Mache ich etwas falsch?"
Oder du bist einfach neugierig.
Auf dieser Seite findest du Antworten auf viele Fragen. Ganz wichtig ist: Du bist genauso richtig, wie du bist. Manchmal erleben Kinder schwierige Dinge oder fühlen sich traurig, wütend, ängstlich oder durcheinander.
Dann kann es helfen, mit jemandem zu sprechen, der gut zuhört und gemeinsam mit dir herausfindet, was dir guttut.
Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie ist ein Ort, an dem du über alles sprechen darfst, was dich beschäftigt. Manchmal sind Kinder traurig, wütend oder haben Angst, können sich in der Schule nicht konzentrieren oder machen sich viele Sorgen.
Gemeinsam schauen wir, was hinter diesen Gefühlen steckt und was dir helfen kann.
Es gibt dabei kein richtig oder falsch.
Niemand bewertet dich.
Du darfst einfach du selbst sein.



Psychotherapie ist eine Entdeckungsreise
Wenn dein Bauch oft wehtut, obwohl du gar nicht krank bist, wenn du Angst hast, traurig bist, schnell wütend wirst oder in der Schule vieles schwerfällt, dann steckt oft mehr dahinter. Gefühle möchten uns etwas sagen.In der Therapie schauen wir gemeinsam:
- Was beschäftigt dich?
- Was macht dir Sorgen?
- Was macht dir Angst?
- Was wünschst du dir?
Es geht dabei nicht darum, ob etwas richtig oder falsch ist.
Niemand bekommt bei mir Noten.
Niemand schimpft.
Und niemand muss perfekt sein.
Ich möchte dich kennenlernen und verstehen, damit wir gemeinsam überlegen können, was dir helfen könnte.
Wann kann ich kommen?
Du kannst kommen, wenn du dich schon länger nicht mehr wohlfühlst. Zum Beispiel wenn ...
- Du oft traurig bist
- Du Angst hast
- Du häufig Bauch- oder Kopfweh hast
- Du nicht mehr gern in die Schule gehst
- Du oft wütend wirst
- Deine Eltern sich getrennt haben
- Du Streit mit anderen Kindern hast
- Du dich einsam fühlst.
- Du dir viele Sorgen machst
- Du vieles vergisst und dich schlecht konzenztrieren kannst
- Deine Eltern sich viel streiten
- Du vieles vergisst
- Dir vieles keinen Spaß mehr macht
Was passiert in der ersten Stunde?
Beim ersten Treffen lernen wir uns ganz in Ruhe kennen.
- Du darfst dir alles anschauen.
- Du musst nichts Besonderes können.
- Vielleicht reden wir.
- Vielleicht spielen wir.
- Vielleicht malen wir.
- Vielleicht denken wir uns Geschichten aus.
- Vielleicht entdecken wir etwas.
- Vielleicht dichten wir.
- Vielleicht zeigst du mir was dir gefällt.
- Alles passiert in deinem Tempo.
- Ich erkläre dir auch, wie die Therapie aussieht und du kannst mir alle Fragen stellen, die dir einfallen.
- Es gibt keine dummen Fragen.
Muss ich alles erzählen?
Nein.
- Du entscheidest selbst, worüber du sprechen möchtest.
- Manchmal erzählen Kinder sofort ganz viel.
- Andere brauchen etwas Zeit und reden erst nach einigen Treffen
- Beides ist völlig in Ordnung.
Manchmal wissen Kinder selbst gar nicht genau, warum sie traurig oder wütend sind.
Das ist völlig normal und passiert sogar Erwachsenen. Gefühle lassen sich nicht leicht in Worte Fassen, dann helfen andere Möglichkeiten, die du hier kennenlernen wirst: wir Spielen, malen, zeichnen, reden und lachen miteinander. So finden wir gemeinsam heraus, was dahintersteckt. Oft zeigen sich die Gefühle dabei ganz von selbst.
Was machen wir in der Therapie?
Jedes Kind ist anders. Deshalb sieht auch jede Therapie etwas anders aus. Manchmal reden wir.
Manchmal spielen wir. Manchmal malen oder basteln wir. Manchmal arbeiten wir mit kleinen Figuren. Oder wir bauen Situationen nach. Dadurch kann man oft besser erkennen,
was gerade schwierig ist,
welche Gefühle da sind,
was das Herz belastet
und was helfen könnte.
Ich glaube, dass jedes Kind viele Stärken in sich trägt. Manchmal sind sie nur gerade ein bisschen versteckt. Gemeinsam machen wir sie wieder sichtbar.
Spielen
Spielen gehört zur Therapie dazu. Kinder können beim Spielen oft besser zeigen, wie es ihnen geht. Kinder lernen und verstehen ihre Welt vor allem über das Spiel.
Deshalb ist Spielen in der Therapie keine Pause.
Es ist ein wichtiger Teil der Therapie.
Beim Spielen können Gefühle sichtbar werden.
Manchmal finden Kinder dabei Lösungen, auf die sie vorher gar nicht gekommen wären.
Malen und Gestalten
Manchmal erzählen Bilder mehr als Worte. Deshalb darfst du malen, basteln oder gestalten. Nicht alles lässt sich mit Worten sagen.
Deshalb darfst du auch malen, gestalten oder mit verschiedenen Materialien arbeiten.
Manchmal erzählen Bilder mehr als viele Sätze.
Es geht dabei nicht darum, schön zu malen.
Es gibt kein richtig oder falsch.
Arbeiten mit Figuren
Mit kleinen Figuren können Familien oder schwierige Situationen nachstellen. So wird oft sichtbar,
- wer wichtig ist,
- wer traurig ist,
- wer sich allein fühlt,
- wer sich streitet
- oder wer sich etwas wünscht.
Viele Kinder finden das spannend, weil man Dinge sehen kann, die vorher nur im Kopf waren.
Du bist herzlich willkommen
Manchmal fühlt sich das Leben schwer an.
Manchmal weiß man gar nicht genau, warum.
Du musst das nicht alleine herausfinden.
Gemeinsam schauen wir in Ruhe, was dich beschäftigt, was dir Kraft gibt und welche Lösungen zu dir passen.
Denn jedes Kind trägt bereits vieles in sich, was ihm helfen kann. Manchmal braucht es nur jemanden, der dabei hilft, diese Stärken wiederzuentdecken.
Häufige Fragen
Hier einige Fragen, die mir Kinder oft gestellt haben oder sich selbst - aber zu schüchtern waren sie auszusprechen:
Tut Therapie weh?
Nein. Wir sprechen über Gefühle oder spielen gemeinsam.
Kein Kind muß Angst haben, du auch nicht.
Muss ich alleine kommen?
Manchmal bist du alleine mit mir im Therapieraum.
Manchmal kommen deine Eltern mit dazu.
Das hängt davon ab, was gerade sinnvoll ist.
Erzählen Sie meinen Eltern alles?
Nein. Es gibt Dinge, die zwischen uns bleiben dürfen.
Mit deinen Eltern spreche ich nur über das, was wichtig ist und was wir gemeinsam besprechen.
So kannst du Vertrauen entwickeln und dich sicher fühlen.
Muss ich jede Woche kommen?
Das entscheiden wir gemeinsam.
Wie oft wir uns treffen, hängt davon ab, was gerade gut für dich passt.
Was ist, wenn ich schüchtern bin?
Das ist überhaupt kein Problem.
Viele Kinder sind am Anfang leise oder vorsichtig.
Du musst nicht sofort reden.
Wir lernen uns ganz in Ruhe kennen.
Was ist, wenn ich Angst habe?
Viele Kinder sind vor dem ersten Termin aufgeregt.
Das geht fast allen so.
Nach kurzer Zeit merken die meisten Kinder, dass sie einfach sie selbst sein dürfen.
Darf ich lachen?
Unbedingt.
In der Therapie darf man traurig sein.
Man darf weinen.
Man darf wütend sein.
Aber man darf genauso lachen, spielen und Spaß haben.
Alles gehört dazu.
Wie lange dauert eine Therapie?
Das ist bei jedem Kind unterschiedlich.
Manche Kinder brauchen nur wenige Termine. Andere möchten länger begleitet werden.
Gemeinsam schauen wir immer wieder:
- Was hat sich verändert?
- Was hilft schon gut?
- Was brauchen wir noch?
Es gibt keinen Wettlauf. Jedes Kind darf sein eigenes Tempo haben.
Was ist, wenn ich nicht mehr kommen möchte?
Dann darfst du das jederzeit sagen. Es ist wichtig, dass du dich wohlfühlst.
Wenn dir etwas nicht gefällt oder du etwas anders machen möchtest, sprechen wir darüber.
Manchmal braucht man nur eine kleine Veränderung.
Manchmal ist die Therapie auch einfach zu Ende, weil sie nicht mehr gebraucht wird.
Auch das ist völlig in Ordnung
